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ZUNAHME DER KURZSICHTIGKEIT – Was tun?

ZUNAHME DER KURZSICHTIGKEIT – Was tun?

Eine kindgerechte und altersabhängige Nutzung der elektronischen Medien - das empfehlen die Augenärzte:

  • Kein schlechtes Vorbild sein und in Anwesenheit der Kinder ständig am Smartphone hängen.
  • Bis zu einem Alter von drei Jahren sollten Kinder keinerlei Smartphones, Tablets oder PCs benutzen.
  • Vier bis sechs-Jährige maximal 30 Minuten täglich.
  • Im Volkschulalter maximal eine Stunde täglich.
  • Ab 10 Jahre bis zu maximal zwei Stunden pro Tag.
Dr. Monika Haderlapp, Augenärztin
Dr. Monika Haderlapp, Augenärztin

In den letzten Jahren gab es einen massiven Zuwachs zur Kurzsichtigkeit, im Fachjargon Myopie genannt. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Sie können der Fehlsichtigkeit entgegenwirken.

Myopie ist die häufigste Sehstörung im Kinder- und jungen Erwachsenenalter. 28,3 Prozent oder rund zwei Milliarden Erdenbürger waren laut der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg Universität Mainz im Jahr 2010 davon betroffen. Und die Zahlen werden laut einer Modellrechnung im Jahr 2050 eklatant in die Höhe steigen. Die Hälfte der Weltbevölkerung soll betroffen sein, und Wissenschaftler sprechen sogar davon, dass von diesen rund zehn Prozent gar dem Risiko einer Erblindung ausgesetzt sein können. Diese Zunahme wird auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit großer Sorge beobachtet. In den Industrienationen fand in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Zunahme der Kurzsichtigkeit statt. In den westlichen Ländern ist die Prävalenz über einen Zeitraum von 30 Jahren um 66 Prozent gestiegen, ebenso in den asiatischen Ländern wie Japan, Taiwan, Hongkong und Singapur. „Unsere veränderten Lebensbedingungen und -gewohnheiten sowie der zunehmend digitalisierte Lebenswandel sorgen dafür, dass Myopie zunimmt. Mit Zunahme der Myopie steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit von Augenerkrankungen, wie Glaukom oder Makuladegeneration“, unterstreicht Dr. Monika Haderlapp, Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie aus Klagenfurt.

Bildschirmarbeit fördert Kurzsichtigkeit. Lange Zeit vermuteten die Augenärzte vor allem genetische Gründe. Sind beide Eltern kurzsichtig, so ist es oft auch der Nachwuchs. Aber mittlerweile lässt sich die starke Zunahme der Myopie nicht nur mehr genetisch erklären. Eine wichtige nicht genetische Ursache liegt nahe: Vermehrte Naharbeit geht mit einer höherer Wahrscheinlichkeit kurzsichtig zu werden einher. Der Rat der Mediziner: der Abstand zwischen Buch und Auge sollte mindestens 30 Zentimeter betragen und außerdem sollte man alle 30 Minuten eine Pause einlegen. Doch welche Eltern machen sich ob der Lesefreudigkeit der Kinder Sorgen? Vielmehr ist es das stundenlange Spielen mit Smartphones, das die Eltern verärgert. Und ein dauerhafter Konsum elektronischer Medien begünstigen die irreversible Kurzsichtigkeit.

Grundlage jeder Behandlung bei der Progression der Myopie ist die bestmögliche Vollkorrektur durch eine Brille, die regelmäßig bei AugenfachärztInnen kontrolliert werden muss. Univ.-Prof. Dr. Yosuf El-Shabrawi, Abteilungsvorstand für Augenheilkunde und Optometrie am Klinikum in Klagenfurt: „Die bestuntersuchte Behandlung besteht in der Verwendung von sehr niedrig dosierten Atropintropfen. Alternativ werden Brillen mit einem eigenen Nahteil und Kontaktlinsen verwendet um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu reduzieren. Ausgenommenen sind allerdings jene über die Nacht getragene Linsen, sogenannte Ortho K Linsen, die mit einer deutlich erhöhten Infektion und Erblindungsgefahr einhergehen!“

Augen brauchen Sonnenlicht und frische Luft. Eines ist dennoch bewiesen: Mit Maß und Ziel ist alles erlaubt! Aber: Kinder, und natürlich auch Erwachsene, sollten zum Ausgleich viel Zeit im Freien, also an der frischen Luft, verbringen. Denn: die Menge an Tageslicht macht es auch aus, ob eine Myopie entsteht. Dies belegt sogar eine Studie im Fachblatt Jama: 40 Minuten im Freien pro Tag können das Risiko für eine Kurzsichtigkeit um fast ein Viertel reduzieren. Haderlapp: „Eltern sollten mit ihren Kindern über eine geregelte Handy- bzw. Bildschirmnutzung sprechen. Aber auch täglich gemeinsam ausreichend freie Zeit für Sport und an der frischen Luft einplanen.“ Und Erwachsene sollten eines nicht vergessen: „Sie sind Vorbilder, hängen sie andauernd am Smartphone, so werden es ihnen die Kinder nachmachen.“ Und auf eines sollte man keinesfalls vergessen: Die Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt. „Die Kontrollen sind auch nach den vorgeschriebenen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen enorm wichtig. Kinder können meist nicht sagen, dass sie schlecht sehen. Hier ist die Aufmerksamkeit der Erwachsenen gefordert.“ Immerhin können nicht rechtzeitig erkannte Erkrankungen, insbesondere Fehlsichtigkeit oder Schielen zur dauerhaften Schwachsichtigkeit führen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Schielen oder hohe Fehlsichtigkeit in der Familie bekannt sind oder wenn es sich bei dem Kind um ein Frühchen handelt. Denn: je früher Augenerkrankungen erkannt werden, umso besser stehen die Chancen für die Kinder. „Für Menschen, in deren Verwandtschaft Augenerkrankungen wie Grüner Star bekannt ist, ist der regelmäßige Besuch beim Augenarzt ab dem 30. Lebensjahr ratsam. Zuckerkranke und Kurzsichtige sollten jährlich einen Augenfacharzt konsultieren.

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